Der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren wird sich bis 2030 mehr als verdoppeln. Dieses eine Faktum verändert die Geopolitik der künstlichen Intelligenz. Das jüngste Technologie-Briefing des Weltwirtschaftsforums stellt klar: Es geht längst nicht mehr darum, wer das klügste Modell baut. Sondern darum, wer es mit Strom versorgen, kühlen und an ein bereits überlastetes Netz anschließen kann.
Steigende Stromrechnungen in der Nähe von Rechenzentren, Wasserknappheit und Netzengpässe machen KI zum lokalpolitischen Problem. Das Startup Emerald AI — unterstützt von NVIDIA und Googles Jeff Dean — bietet einen Teilansatz: Software, die den Stromverbrauch von Rechenzentren flexibel steuert und bei Netzspitzen um 25 % senkt. Gleichzeitig verhärten Regierungen ihre Positionen. China arbeitet an Post-Quanten-Kryptographie-Standards. Deutschland plant ein €10-Milliarden-Militärsatellitennetz. Die Botschaft aus Davos ist unmissverständlich: Spitzentechnologie ist in ihre geopolitische Ära eingetreten.